FSME: Symptome, Impfung und Schutz vor Zecken
FSME: Symptome, Impfung und natürlicher Schutz
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch Zecken übertragen und kann das Nervensystem angreifen. So erkennst du die Symptome - und so schützt du dich.
in der Schweiz
Risikogebiet (2026)
FSME-Impfung
Was ist FSME?
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis - eine Viruserkrankung, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird. Das FSME-Virus befällt das zentrale Nervensystem und kann eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) oder des Rückenmarks (Myelitis) auslösen.
Die gute Nachricht: Nicht jede Zecke trägt das Virus. Selbst in den betroffenen Kantonen sind nur etwa 0,1 - 5 % der Zecken infiziert. Und von allen Infizierten entwickeln rund 70 % keine Symptome. Trotzdem ist Vorsicht geboten - denn wenn FSME ausbricht, gibt es keine Behandlung. Nur die Symptome können gelindert werden.
FSME vs. Borreliose - was ist der Unterschied?
FSME ist eine virale Erkrankung (keine Behandlung, aber Impfung möglich). Borreliose ist eine bakterielle Infektion (behandelbar mit Antibiotika, aber keine Impfung). Beide werden durch Zecken übertragen, erfordern aber unterschiedlichen Schutz.
FSME-Symptome: Der typische Verlauf in zwei Phasen
FSME verläuft bei etwa 30 % der Infizierten symptomatisch - und dann fast immer in zwei Phasen. Die Inkubationszeit nach dem Zeckenstich beträgt 7 - 14 Tage (selten bis 28 Tage).
Phase 1: Grippeähnliche Symptome (1 - 8 Tage)
- Fieber (oft bis 38 - 39 °C)
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit
- Allgemeines Krankheitsgefühl
In dieser Phase ist FSME praktisch nicht von einer Grippe oder Erkältung zu unterscheiden. Viele Betroffene bringen die Beschwerden nicht mit dem Zeckenstich in Verbindung - besonders wenn der Stich nicht bemerkt wurde.
Symptomfreies Intervall (ca. 1 Woche)
Nach der ersten Phase fühlen sich die meisten Betroffenen wieder besser. Bei etwa zwei Dritteln der symptomatischen Fälle ist die Erkrankung damit überstanden.
Phase 2: Neurologische Symptome
Bei rund einem Drittel der symptomatischen Fälle folgt nach der beschwerdefreien Woche eine zweite Phase mit ernsten Symptomen:
Meningitis (Hirnhautentzündung)
Hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit. Betrifft ca. 50 % der Phase-2-Fälle. Heilt meist vollständig aus.
Enzephalitis (Gehirnentzündung)
Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen, Krampfanfälle. Betrifft ca. 40 % der Phase-2-Fälle. Genesung kann Monate dauern.
Myelitis (Rückenmarksentzündung)
Lähmungen der Arme und Beine, Atemlähmung möglich. Betrifft ca. 10 % der Phase-2-Fälle. Hat die schwerste Prognose.
Kinder erkranken milder
Bei Kindern verläuft FSME fast immer als Meningitis und heilt in der Regel vollständig aus. Schwere Verläufe mit Enzephalitis sind bei Kindern selten.
Wie wird FSME übertragen?
Das FSME-Virus wird fast ausschliesslich durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen. Anders als bei Borreliose geschieht die Übertragung sofort beim Stich - das Virus sitzt in den Speicheldrüsen der Zecke und wird direkt nach dem Einstich abgegeben.
In sehr seltenen Fällen kann FSME auch durch nicht pasteurisierte Milch (Ziegen, Schafe, selten Kühe) übertragen werden. Von Mensch zu Mensch ist FSME nicht ansteckend.
Wo kommt FSME vor?
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stuft 25 von 26 Kantonen als FSME-Risikogebiet ein. Einzig der Tessin auf der Alpensüdseite ist ausgenommen - dort wurden bisher keine FSME-Fälle gemeldet. Genf wurde 2024 als letzter Kanton auf die Risikoliste aufgenommen.
Die höchsten Fallzahlen melden die Kantone Zürich, Bern, Aargau, Thurgau und die Ostschweizer Kantone. Aber auch im Mittelland und in der Westschweiz ist das Risiko real. Das BAG registriert jährlich rund 300 FSME-Fälle in der Schweiz - mit steigender Tendenz.
Auf unserer interaktiven Risikogebietskarte kannst du prüfen, ob dein Kanton betroffen ist - mit FSME- und Borreliose-Daten für alle 26 Kantone.
Die FSME-Impfung - dein wichtigster Schutz
Gegen FSME gibt es eine hochwirksame Impfung mit einer Schutzrate von über 98 %. Das BAG und die EKIF (Eidgenössische Kommission für Impffragen) empfehlen die Impfung für alle Personen ab 3 Jahren, die sich in der Schweiz gegenüber Zecken exponieren - also praktisch für alle, die sich regelmässig im Freien aufhalten.
So funktioniert die Grundimmunisierung
Erste Impfung
Zum Wunschtermin - idealerweise im Winter, damit der Schutz rechtzeitig zur Zeckensaison steht.
Zweite Impfung (nach 1 - 3 Monaten)
Ab jetzt besteht bereits ein Teilschutz. Für eine Saison ausreichend.
Dritte Impfung (nach 5 - 12 Monaten)
Komplettiert die Grundimmunisierung. Voller Schutz für mindestens 3 Jahre.
Auffrischung alle 3 - 5 Jahre
Ab 50 Jahren alle 3 Jahre, darunter alle 5 Jahre empfohlen. Eine einzelne Spritze genügt.
Schnellschema für Kurzentschlossene
Steht ein Urlaub in einem Risikogebiet kurzfristig an, gibt es ein Schnellschema: Drei Impfungen innerhalb von 21 Tagen. Der volle Schutz besteht dann bereits nach 2 - 3 Wochen. Sprich deinen Hausarzt darauf an.
Kosten und Kostenübernahme
Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die Kosten der FSME-Impfung, wenn du in einem Risikogebiet wohnst - und das betrifft praktisch die gesamte Schweiz ausser dem Tessin. Seit 2026 wird auf Impfungen keine Franchise mehr erhoben, der Selbstbehalt von 10 % bleibt bestehen. Die Impfung muss von einem Arzt durchgeführt werden.
Natürlicher Zeckenschutz - Stiche vermeiden
Da das FSME-Virus sofort beim Zeckenstich übertragen wird, ist die Vermeidung des Stichs entscheidend. Neben der Impfung gibt es weitere Massnahmen, die dein Risiko deutlich senken - besonders in Kombination.
Pflanzliche Repellents
Natürliche Wirkstoffe wie Citriodiol (aus Zitroneneukalyptus) sind von der WHO als wirksames Repellent anerkannt. Anders als chemische Mittel mit DEET eignen sie sich auch für Kinder ab 3 Jahren und belasten die Haut weniger.
Weitere ätherische Öle mit nachgewiesener repellenter Wirkung: Geraniol, Lavendelöl und Zedernholzöl. Natürliche Repellents wirken kürzer (2 - 4 Stunden) als chemische Produkte - regelmässiges Nachsprühen ist wichtig.
Kleidung als Barriere
Lange Hosen, langärmlige Oberteile und geschlossene Schuhe reduzieren die Angriffsfläche für Zecken deutlich. Helle Kleidung hat den Vorteil, dass krabbelnde Zecken besser sichtbar sind. Hosenbeine in die Socken stecken - sieht nicht elegant aus, ist aber effektiv.
Körperkontrolle nach dem Aufenthalt im Freien
Nach jedem Aufenthalt in der Natur den gesamten Körper absuchen. Zecken bevorzugen warme, feuchte Stellen: Kniekehlen, Achseln, Leiste, Haaransatz, hinter den Ohren und am Bauchnabel. Bei Kindern auch den Kopf kontrollieren.
Zeckenstich - was tun?
Du hast eine Zecke gefunden? Keine Panik. So gehst du vor:
Zecke sofort entfernen
Mit einer Zeckenzange oder Pinzette hautnah greifen und gerade herausziehen. Nicht drehen, nicht quetschen. Kein Öl, kein Klebstoff, kein Nagellack.
Einstichstelle desinfizieren
Die Stelle mit einem Desinfektionsmittel reinigen. Mit einem Stift den Rand der Rötung markieren, um eine Ausbreitung beobachten zu können.
Datum und Ort notieren
Wo warst du? Wann war der Stich? Wann wurde die Zecke entfernt? Diese Infos sind wichtig für den Arzt, falls Symptome auftreten.
Beobachten (2 - 4 Wochen)
Auf Symptome achten: Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Rötung um die Einstichstelle (Wanderröte = Borreliose-Hinweis). Bei Beschwerden zum Arzt.
Natürlicher Zeckenschutz für unterwegs
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Häufige Fragen zu FSME
Ist FSME heilbar?
FSME ist eine Viruserkrankung, gegen die es keine ursächliche Behandlung gibt. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung von selbst aus - bei etwa 70 % der Infizierten verläuft sie sogar ohne Symptome. Bei schweren Verläufen mit Beteiligung des Nervensystems kann die Genesung jedoch Monate dauern. Die beste Vorsorge ist die FSME-Impfung.
Wie lange dauert FSME?
FSME verläuft typischerweise in zwei Phasen. Die erste Phase mit grippeähnlichen Symptomen dauert 1 - 8 Tage. Nach einer beschwerdefreien Woche kann eine zweite Phase mit neurologischen Symptomen folgen, die mehrere Wochen anhalten kann. Die Gesamtdauer beträgt bei unkompliziertem Verlauf etwa 2 - 4 Wochen, bei schwerem Verlauf mehrere Monate.
Ist FSME ansteckend?
Nein, FSME ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Das Virus wird fast ausschliesslich durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen. In sehr seltenen Fällen auch durch nicht pasteurisierte Milch infizierter Tiere.
Wann sollte man sich gegen FSME impfen lassen?
Das BAG und die EKIF empfehlen die FSME-Impfung für alle ab 3 Jahren, die in Risikogebieten leben, arbeiten oder sich regelmässig im Freien aufhalten - das betrifft 25 von 26 Kantonen. Idealerweise im Winter beginnen, damit der Schutz rechtzeitig zur Zeckensaison steht. Ein Schnellschema ermöglicht den Schutz auch kurzfristig innerhalb von 3 Wochen.
Wie erkennt man FSME?
FSME beginnt 7 - 14 Tage nach dem Zeckenstich mit grippeähnlichen Symptomen: Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen. Nach einer kurzen Besserung kann eine zweite Phase mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit folgen. Nicht jeder Zeckenstich führt zu FSME - nur etwa 1 von 100 Zecken in Risikogebieten trägt das Virus.
Kann man FSME ohne Impfung überstehen?
Ja, die meisten Infektionen verlaufen mild. Etwa 70 % der Infizierten bemerken die Infektion gar nicht. Schwere Verläufe mit Gehirnentzündung treten bei etwa 10 % der symptomatischen Fälle auf. Da es keine Behandlung gibt, bleibt die Impfung die sicherste Vorsorge.
