Borreliose: Symptome erkennen und richtig behandeln
Borreliose: Symptome, Wanderröte und Behandlung
Die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa. Wie du eine Borreliose erkennst, wann du handeln musst - und wie du dich natürlich schützt.
Fälle pro Jahr in der Schweiz
schnelles Entfernen schützt
frühzeitiger Behandlung
Was ist Borreliose?
Borreliose (auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit) ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa. Sie wird durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi ausgelöst, die im Darm der Zecke leben und beim Saugen auf den Menschen übertragen werden.
Der entscheidende Unterschied zu FSME: Die Borrelien brauchen 12 - 24 Stunden, bis sie von der Zecke auf den Wirt übergehen. Das bedeutet: Wer eine Zecke schnell entdeckt und entfernt, kann eine Borreliose-Infektion oft noch verhindern.
Borreliose vs. FSME - die wichtigsten Unterschiede
Borreliose: Bakteriell, behandelbar mit Antibiotika, keine Impfung, kommt in der gesamten Schweiz vor, Übertragung nach 12 - 24 Stunden.
FSME: Viral, keine Behandlung möglich, Impfung verfügbar, nur in Risikogebieten (alle Kantone ausser Tessin), Übertragung sofort beim Stich.
Wanderröte - das wichtigste Warnsignal
Die Wanderröte (medizinisch: Erythema migrans) ist das charakteristischste Symptom einer Borreliose und tritt bei 70 - 90 % der Infektionen auf. Sie entwickelt sich 3 - 30 Tage nach dem Zeckenstich (durchschnittlich nach 7 - 10 Tagen).
So erkennst du die Wanderröte
- Form: Ringförmige Rötung, die sich langsam von der Einstichstelle nach aussen ausbreitet
- Zentrum: In der Mitte oft blasser - das typische "Bullseye"-Muster (Schiessscheibe)
- Grösse: Durchmesser von mindestens 5 cm, kann aber 30 cm und mehr erreichen
- Oberfläche: Flach, nicht erhaben, fühlt sich nicht anders an als normale Haut
- Juckreiz: In der Regel keiner - die Wanderröte juckt und schmerzt nicht
- Wärme: Die betroffene Stelle kann sich leicht warm anfühlen
Borreliose ohne Wanderröte?
Ja, bei etwa 10 - 30 % der Borreliose-Fälle fehlt die Wanderröte. Die Infektion kann dann zunächst unbemerkt bleiben und sich erst durch spätere Symptome bemerkbar machen. Deshalb nach jedem Zeckenstich auf Veränderungen achten - auch ohne sichtbare Rötung.
Die drei Stadien der Borreliose
Unbehandelt kann Borreliose verschiedene Organe befallen. Die Erkrankung wird in drei Stadien eingeteilt - wobei nicht jeder Patient alle Stadien durchläuft und die Übergänge fliessend sein können.
Stadium 1: Lokale Infektion (Tage bis Wochen)
Wanderröte an der Einstichstelle, eventuell grippeähnliche Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen). Bei frühzeitiger Behandlung in diesem Stadium heilt Borreliose fast immer vollständig aus.
Stadium 2: Ausbreitung (Wochen bis Monate)
Die Borrelien breiten sich im Körper aus. Mögliche Symptome: Nervenschmerzen (Neuroborreliose), Gesichtslähmung (einseitig hängender Mundwinkel), Herzrhythmusstörungen, Gelenkschmerzen an wechselnden Stellen, wandernde Schmerzen.
Stadium 3: Chronische Infektion (Monate bis Jahre)
Lyme-Arthritis (wiederkehrende Gelenkschwellungen, besonders Knie), Acrodermatitis chronica atrophicans (bläulich-dünne Haut an Händen/Füssen), chronische Neuroborreliose. Auch in diesem Stadium ist eine Behandlung noch möglich.
Behandlung: Antibiotika wirken
Borreliose wird mit Antibiotika behandelt - in der Regel mit Doxycyclin (Erwachsene) oder Amoxicillin (Kinder, Schwangere). Die Behandlung erfolgt als Tablette und dauert je nach Stadium:
- Stadium 1 (Wanderröte): 2 - 3 Wochen orale Antibiotika
- Stadium 2 (Neuroborreliose): 2 - 4 Wochen, teils als Infusion
- Stadium 3 (Lyme-Arthritis): 4 Wochen orale Antibiotika, ggf. wiederholte Gabe
Die Heilungsrate im Frühstadium liegt bei über 95 %. Auch in späteren Stadien sprechen die meisten Patienten gut auf die Therapie an - die Genesung dauert dann allerdings länger.
Brauche ich nach jedem Zeckenstich Antibiotika?
Nein. Eine vorbeugende Antibiotika-Gabe nach einem Zeckenstich wird in der Schweiz nicht generell empfohlen. Die meisten Zeckenstiche führen nicht zu einer Infektion. Die Empfehlung des BAG: Zecke entfernen, Stelle beobachten, bei Wanderröte oder Symptomen zum Arzt.
Wo kommt Borreliose vor?
Anders als FSME kommt Borreliose in der gesamten Schweiz vor - es gibt keine "sicheren" Kantone. Auch der Tessin, der bei FSME als einziger Kanton kein Risikogebiet ist, ist bei Borreliose betroffen.
In der Schweiz tragen je nach Region 5 bis 30 Prozent der Zecken Borrelien - stellenweise sogar bis zu 50 Prozent. Das BAG schätzt, dass jährlich rund 10.000 Personen an Borreliose erkranken. Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Infektion - aber das Risiko ist real.
Auf unserer interaktiven Risikogebietskarte kannst du die geschätzte Borreliose-Häufigkeit in deinem Kanton sehen. Nutze den Borreliose-Toggle auf der Karte.
Schutz vor Borreliose - jeder Stich zählt
Da es keine Impfung gegen Borreliose gibt, ist die Vermeidung von Zeckenstichen der einzige Schutz. Die gute Nachricht: Die 12 - 24 Stunden Übertragungszeit geben dir ein Zeitfenster.
Schnelles Entfernen ist der beste Schutz
Wer eine Zecke innerhalb von 12 Stunden entfernt, hat ein deutlich geringeres Borreliose-Risiko. Deshalb: Nach jedem Aufenthalt in der Natur den gesamten Körper absuchen. Bevorzugte Stellen der Zecken:
- Kniekehlen und Leistengegend
- Achseln und Ellenbogenbeuge
- Haaransatz und hinter den Ohren
- Bauch- und Nabelbereich
- Bei Kindern: auch Kopf und Nacken
Natürlichen Zeckenschutz nutzen
Pflanzliche Repellents auf Basis von Citriodiol (Zitroneneukalyptus) halten Zecken auf natürliche Weise fern - ohne DEET und auch für Kinder geeignet. Die Wirkung hält 2 - 4 Stunden an, danach nachsprühen.
Ergänzend: Lange, helle Kleidung tragen, Hosenbeine in die Socken stecken und nach dem Aufenthalt im Freien duschen - das spült noch nicht festgesaugte Zecken ab.
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Häufige Fragen zu Borreliose
Wie sieht Wanderröte aus?
Die Wanderröte ist eine ringförmige Hautrötung, die sich langsam von der Einstichstelle nach aussen ausbreitet. In der Mitte oft blasser - das typische "Bullseye"-Muster. Sie ist flach, juckt nicht und kann über 5 cm gross werden. Tritt 3 - 30 Tage nach dem Zeckenstich auf.
Ist Borreliose heilbar?
Ja, Borreliose ist in der Regel gut heilbar - besonders bei frühzeitiger Behandlung mit Antibiotika. Im Frühstadium liegt die Heilungsrate bei über 95 %. Auch in späteren Stadien ist eine Therapie möglich, dauert dann aber länger.
Wie lange nach Zeckenstich kann Borreliose auftreten?
Die Wanderröte tritt typischerweise 3 - 30 Tage nach dem Stich auf (Durchschnitt: 7 - 10 Tage). Neurologische Symptome (Stadium 2) nach Wochen bis Monaten. Gelenkbeschwerden (Stadium 3) erst Monate bis Jahre später.
Kann Borreliose auch ohne Wanderröte auftreten?
Ja, bei etwa 10 - 30 % der Fälle fehlt die Wanderröte. Die Infektion kann sich dann durch spätere Symptome wie Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen oder Gesichtslähmung zeigen. Deshalb nach jedem Zeckenstich wachsam bleiben.
Wann zum Arzt nach Zeckenstich?
Sofort bei einer ringförmigen Rötung um die Einstichstelle (auch ohne Juckreiz). Ebenso bei Fieber, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit in den Wochen danach. Auch eine einseitige Gesichtslähmung kann auf Borreliose hindeuten. Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt.
Gibt es eine Impfung gegen Borreliose?
Nein, gegen Borreliose gibt es derzeit keine zugelassene Impfung. Der Schutz besteht in der Vermeidung von Zeckenstichen (Kleidung, Repellent-Sprays, Körperkontrolle) und im schnellen Entfernen - da die Borrelien erst nach 12 - 24 Stunden übertragen werden.
